Schiffbruch in Greencastle

Der kleine Hafenort Greencastle im County Donegal ist durchaus einen Besuch wert – neben Burg und Fischereihafen lockt ja auch ein Einblick in die maritime Geschichte der Region. Den kann man im Inishowen Maritime Museum & Planetarium gewinnen, ganz trocken und ohne Seekrankheit. Obwohl, das mich gleich mal begeisternde Diorama im Fenster kann schon ein wenig Grünstich ins Gesicht bringen.

Direkt neben einigen echten Relikten aus der Vergangenheit der Küstenwache hat ein örtlicher Modellbauer eine dramatische Rettungsaktion in Szene gesetzt. Ein Segelschiff ist an der Küste aufgelaufen, bricht auf den Felsen auseinander. Mit Boot ist da keine Rettung möglich. Und den SAR-Hubschrauber, ja, den hatte die irische Küstenwache damals noch nicht. Also schoss man mit Raketen!

Ein probates Mittel … mit der Rakete wurde ein Seil zum Wrack geschossen, an dem ein stärkeres Seil hing, an dem man dann eine Hosenboje befestigen konnte. und mit dieser wurden die Überlebenden dann wie mit einer Seilbahn an Land gebracht. Klingt theoretisch alles ganz nett, in der Praxis muss es die Hölle sein. Und viele Fehlschüsse konnte man sich auch nicht leisten, denn die Zeit drängte, und ein verschossenes Seil konnte nur mit hohem Zeitaufwand wieder einsatzbereit gemacht werden.

Im Diorama hat es aber geklappt … die Küstenwache, Militär und zivile Helfer bringen die Besatzung und Passagiere an Land, alles recht dramatisch im Maßstab 1/76 oder so dargestellt. Ganz micromillimetergenau sollte man vielleicht nicht nachmessen. Und auch bei der Figurenauswahl ein wenig Toleranz walten lassen. Denn der Kenner wird einige bekannte Airfix-Figuren schnell identifizieren. Etwa aus den napoleonischen Kriegen, oder gar aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Mit etwas Farbe und leichter Chirurgie (ein Graus bei diesen Weichplastik-Männchen) dem Szenario angepasst …

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Gesamtwirkung? Erstklassig, auch wenn die Modellbaumeister vielleicht die eine oder andere Anmerkung hätten. Aber insgesamt gefällt das Diorama.

PS: Wer jetzt Blut geleckt hat und selber solche Sachen bauen möchte, eine erstklassige Übersicht zu den erhältlichen Plastikfiguren in 1/72 und 1/76 findet sich bei Plastic Soldier Review.

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