Multikulti ohne Probleme

Cavan hat einen Weihnachtsmarkt – gut, ein Dutzend Buden auf dem “neu renovierten Marktplatz” (also planiert und frisch gepflastert), eine Bühne, und etwas weihnachtlichen Schmuck. Nicht gerade das, was man aus Nürnberg gewohnt ist, aber immerhin. Und: Der Markt ist als “multikulturell” vermarktet worden. Samt philippinischem Weihnachtsbäumchen vorne links im Bild, etwas eigenwillig geschmückt. Aber ohne Probleme durch Wutbürger. Was beim ewigen Gemaule mancher Iren über “feckin’ ferreners” verwundern mag.

Geht also doch … was zumindest Leute von Kaliber der Überfremdungs-Vorgeigerin Erika Steinbach, ex-CDU und jetzt der AfD zumindest nahe stehend, Möchtegern-Verhinderin der Oder-Neiße-Grenze, überraschen mag. Die hatte sich ja schließlich über den Elmshorner Lichtermarkt mokiert, und ein schwarzes Engelchen auf dem Plakat. Weil, deutsche Identität ist in Gefahr. Und alles ganz schlimm, sowieso. Steinbach war übrigens lange Zeit Vorzeige-Flüchtling der CDU. Wobei ihr Vater Hanauer war, und nur per Zufall bei Danzig auf besetztem polnischen Gebiet landete, wo er ihre aus Bremen stammende Mutter kennen lernte, und wo 1943 Klein Erika geboren wurde. Nun ja, die ersten 18 Monate im Osten begründen schon eine tiefe Verwurzelung.

Egal … festzuhalten bleibt, dass in Deutschland ein provinzielles Adventsereignis, das man aus Marketinggründen seit Jahren einfach “Lichtermarkt” nennt, das aber alle weihnachtlichen Attribute vorweist, zum Politikum wird. Und dass in Deutschland ein Engel nicht schwarzer Hautfarbe sein darf. Wir sind hier ja schließlich nicht bei den Hottentotten, liebe Volksgenossen!

Da lobe ich mir dann doch die entspannte Art, mit der Culchies, Osteuropäer, Asiaten und Afrikaner in Cavan gemeinsam einen Mini-Weihnachtsmarkt genießen. Und der direkt anschließende Halal-Imbiss stört keinen. Im Gegenzug rennt dessen Besitzer auch nicht mit einem gellenden “Allahu Akbar!”, den brennenden Döner-Spieß schwenkend, in die Menge. Leben und leben lassen. Eigentlich ganz einfach, oder?

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