Rommel-Figuren in Ulm

Ein ganz besonderer Schatz, versteckt in einem Nebenraum im Ulmer Museum (der zudem bei meinem Besuch nur über die verschneite Dachterrasse zugänglich war), sind die sogenannten Rommel-Figuren. Also nicht Miniaturen des Generalfeldmarschalls, sondern von der Hafnerfamilie Rommel hergestellte, aus Ton gebrannte und anschließend lebensecht bemalte Figuren aus dem Ulmer Leben.

Auf den ersten Blick eher unscheinbar, vielleicht wie großbürgerliches Spielzeug erscheinend, sind sie gewissermaßen Kulturgeschichte im kleinen Maßstab. Sie illustrieren den Alltag und die Mode in Ulm, einen Zeitraum vom Niedergang der Reichsstadt bis zum Biedermeier dokumentierend. Im Ulmer Museum findet der Besucher über dreihundert Figuren, um die vierzig weitere sollen noch in Händen privater Sammler sein. Septimus Rommel (1778-1846) war der erste Hersteller dieser Figuren, später versuchten sich auch andere Familienmitglieder (nicht immer ganz erfolgreich) in der Kunst. Der Grundstock waren etwa 140 Tonfiguren, die Mitglieder der Ulmer Stände, verschiedene Berufe und auch Trachten darstellten. Manchmal mit etwas Humor, manchmal aber auch mit angemessenem Ernst …

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